Trainingseffekt auf die Knochen

[aus Klaus Zimmermann: Gesundheitsorientiertes Muskelkrafttraining] 

Muskuläre Belastungen führen nicht nur zu Anpassungen des aktiven Halte- und Bewegungsapparates, sondern erfassen auch die
Strukturen des passiven Halte- und Bewegungssystems.So ist die Ausbildung der Knochenmasse und -struktur eine Funktion der Belastung. Die durch das Wechselspiel von inneren Kräften (Muskelkräften) und äußeren Kräften (vor allem Gewichtskräften) verursachte mechanische Beanspruchung der Knochen auf Zug, Druck, Biegung sowie Torsion, wird -besonders wenn sie intermittierenden Charakter trägt, wie das u.a. für das dynamische Krafttraining typisch ist- als funktioneller bzw. formativer Reiz angesehen.

Über eine belastungsbedingte erhöhte Synthese von organischer Knochengrundsubstanz (Kollagensynthese) und eine gesteigerte Einbaurate an Kalzium -beides erfolgt über eine vermehrte Aktivität der Osteoblasten (knochenaufbauende Zellen)- kommt es zu den An- und Umbauten, die eine erhöhte mechanische Belastung garantieren. Die Anpassungen vollziehen sich dabei sowohl auf die Knochenrinde (Kortikalisdicke) als auch auf die Verstärkung der Knochenbälkchenstruktur (Spongiosa). Die Wichtigkeit muskulärer Aktivität wird auch durch das Verhalten des Knochen bei Immobilisation deutlich. In zahlreichen Studien konnte belegt werden, daß sowohl die Ruhigstellung einzelner Skelettabschnitte (z. B. Gipsverband), als auch längere Bettlägerichkeit nicht nur zu einer Muskelatrophie, sondern auch zu einer teilweisen dramatischen Abnahme der Knochensubstanz führt. Auch unter normalen Lebensbedingungen kommt es mit fortschreitendem Lebensalter u.a. bedingt durch zunehmende körperliche Inaktivität zu einem Knochensubstanzverlust.

Durch ein dynamisches Krafttraining kann ausgehend vom gegenwärtigen Erkenntnisstand am wirkungsvollsten dem Knochenabbau begegnet bzw. der Knochenaufbau gefördert werden.

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